Sauwa eingschenkt


Sauwa eingschenkt..

Am Samstag wurde im Ferienpark Arber die Fastenzeit, sprich, Starkbierzeit eingeläutet. Fastenzeit ist eben Starkbierzeit. Dieses besonders gehaltvolle Bier darf auch in der Fastenzeit genossen werden, wie die Überlieferung besagt. So wird berichtet, dass vor langer Zeit bayerische Mönche ein Fässchen Bockbier nach Rom schickten zur Prüfung, ob der Trunk mit den kirchlichen Vorschriften vereinbar sei. Doch die Reise über die Alpen und die warme Sonne Italiens ließen den Sud völlig verderben. Der Papst probierte und konnte in dem abscheulichen Getränk keine Gefahr für das Seelenheil seiner Mitbrüder erkennen. Seither gehören Bockbier und Fastenzeit zusammen.

Im vollbesetzten Restaurant im Ferienpark Arber hat der Herr Staatssekretär für Kultur, Bernd Sibler dass Fassl vom Pfefferbräu gekonnt angezapft. Nicht irgend ein Fassl. Ein Fassl Silvator war das. Das Bier selbst ist ein heller Doppelbock, auch wenn er farblich ins bronzefarbene tendiert. Das Aroma ist würzig, fein süsslich und satt malzig. Überraschend ist die gute Süffigkeit. Lobenswerterweise verzichtet der Silvator (jetzt hätte ich schon wieder fast „Salvator“ geschrieben) auf vergoren-fruchtige Noten und er enthält sich auch der, ob der 7,5% befürchteten, Alkoholanklänge. Helle Doppelböcke sind nicht jedermanns Geschmack und man sollte auch auf keinen Fall mit der Erwartungshaltung eines dunklen Doppelbockes herangehen, persönlich finde ich den Silvator der Brauerei Pfeffer jedenfalls sehr gelungen.

Als Fastenprediger fungierte in seiner unnachahmlichen Weise der Rupp Sepp, nachdem der „Einheizer“ Stadtrat Stangl Karl den Saal auf Betriebstemperatur gebracht hatte. Die „Zwiesler Tanzl Muse“ hatte ebenfalls ihren Beitrag zur Stimmungsanhebung geleistet. Unverfälschte bayerische Klänge liessen das Herz höher schlagen und man fühlte sich gleich boar. wohl. Gmiatlich hoid.

Und dann der Auftritt des Fastenpredigers. Des Bruders Barnabas. Das sind wir Zwieslern ja den Hauptstädtern in Minga mehr als eine Nasenlänge voraus. Wir haben noch einen Bruder Barnabas. In Minga hams nur noch eine Mama. Alle Register hat er wieder gezogen, der Rupp Sepp, und den Kommunalpolitikern die Leviten gelesen. Mal deftig, mal hintersinnig stichelnd. Mal ernsthaft hat er seinen Finger gehoben. Verschont hat keinen. Jeder hat sein Fett weg bekommen. Einmal mehr, einmal weniger. Der Eine oder Andere Angesprochene dürfte schon kräftig geschluckt haben, damit der Kloss im Hals nicht stecken bleibt. Bei anderen wiederum konnte ein gequältes Lächeln ausgemacht werden. kurz und knapp gesagt, war es eine kurzweilige Veranstaltung.

War im März gen Judica / wiederum der Frühling nah,kam – zu ehren alte Sitten – / der Herr Kurfürst selbst gerittenauf die Neudeck ob der Au / zum Paulaner-Klosterbau.Dort empfing den Landesvater / Barnabas, der Bräuhausfrater,ihm beglückt und freudeglänzend / einen Humpen Bier kredenzendmit dem Gruß, der bis zur Stunde / sich erhielt im Volkesmunde:„Salve, pater patriae! / Bibas, princeps optime!“

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