Der Kopperer (Kobbara)


So ein „Kopperer“ spricht für Qualität. Ein satter Rülpser aus vollem Bauch, während das Bier langsam schal wird, die Brez’n bröselt und der schlappe, ausgezuzelte Schweinedarm am Tellerrand pappt, gilt unter Münchner Gourmets als einzig wahrer Ritterschlag für die soeben verspeiste Krone aller „Schmankerl“, die Weißwurst. Da braucht es keinen Frühstücksdirektor mehr, der von Tisch zu Tisch stelzt und mit hochgezogenen Augenbauen „hot’s Eana g’schmeckt“ nuschelt. Ob eine Weißwurst perfekt war, das kann man hören. Es ist nicht leicht, außerhalb Bayerns auf ihren Geschmack zu kommen, denn was in Supermarktregalen als „Münchner Weißwurst“ billig verkauft wird, enthält oft nur Glumbb. Abgesehen davon ist die Weißwurst in Hamburg eine Wurst, während sie sich in Bayern in philosophische Sphären erhoben hat. Mit ihr befriedige der Mensch seine Sehnsucht nach „einer glückhaften Erschütterung seiner Seele“, heißt es in einem Bericht des „Münchner Merkur“ aus dem Jahre 1952. Gleichzeitig beweise sie ihm „die Vollkommenheit der bayerischen Schöpfung“ und errette ihn „vor dem Abgleiten in das Schlawinertum“. Schon zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts wurde behauptet, dass abends nicht rauft, wer morgens Weißwürste bekommt. Noch Fragen?

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von Weisswurst-Blog-Zwiesel Veröffentlicht in Allgemein