Weißbier, Weißwurst,Unterwelt


Die Bier- und Eiskeller in der Pfleggasse in Regen

0IMG_3086Am 6.4.2013 machten die Freunde und Liebhaber vor ihrem Weißwurst-Frühschoppen Station in der Pfleggasse in Regen um sich in der Regener Unterwelt umzusehen. Unter fachkundiger Führung von Frau Sigrid Schiller-Bauer begann eine Excursion in bisher Unbekanntes und so mancher machte große Augen, als er erfahren hat, das Bier lagern so aufwendig war. Sogar einen eigen Weißbierkeller gibt es zu besichtigen. Schon unsere Vorfahren achteten penibel darauf, daß zur Weißwurst auch frisches, kühles Weißbier kredenzt werden konnte.

Das dürfte wohl einzigartig in der gesamten Region, wenn nicht Bayern weit sein, in der Regener Pfleggasse sind sage und schreibe 21 Bier- und Eiskeller angelegt. Etwa 300 Jahre sind die Gewölbekeller alt, kunstvoll gemauert aus dem „Regenbühl Gneis“ einer Gesteinsart, die es nur in Regen gibt.

Bis vor etwa 60 Jahren wurden die Keller genutzt, von Privatleuten, Wirtshäusern, Lebensmittelgeschäften und natürlich von den Brauereien, deren große Anzahl dürfte auch für die hohe Kellerdichte verantwortlich sein. 1850 hatte Regen 14 Brauereien bei 1500 Einwohnern, das heißt auf 115 Regener kam eine Brauerei, in München gab es zur selben Zeit eine Brauerei auf 700 Bürger.

Es sieht so aus, als hätten sich die Regener hauptsächlich vom Bier ernährt, die Vielzahl der Brauereien ergab sich jedoch aus der wirtschaftlichen Bedeutung, die der Markt Regen einst hatte. Regen war wirtschaftlicher Mittelpunkt im Bay. Wald, über das Jahr verteilt fanden am Marktplatz 11 große Viehmärkte statt, bei denen bis zu 400 Ochsen verkauft wurden, es gab dazu parallel einen Lein- und Garnmarkt und viele kleinere Märkte, zu denen aus der gesamten Region Menschen in den Ort strömten. Außerdem lag Regen direkt am Handelsweg Böhmen-Bayern, alle, die auf diesem Weg unterwegs waren, mussten über die Regenbrücke in den Markt hinein. Bei so vielen Menschen war der Bierverbrauch natürlich recht erheblich, und jede der 14 Brauereien hatte ihr Auskommen.

Die Märkte verloren etwa um 1900 an Bedeutung, die Brauereien wurden weniger und mit dem Einzug des elektrischen Stroms brauchte man die Keller nicht mehr, sie wurden einfach „vergessen“.

Seit November 2009 graben die „Postkellerfreunde Regen e.V.“ die vergessenen Schätze wieder aus, im wahrsten Sinne des Wortes, bei den Führungen durch die derzeit vier zugänglichen Keller können die Besucher Geschichte und Geschichten, von Regen, den Kellern und natürlich auch vom Bier „erleben“, als Belohnung gibt es nach jeder Führung ein kellerfrisches Bier zu probieren.

Führungen:

Mai-Oktober: Jeden 2. Donnerstag, 19.00Uhr

Ganzjährig Führungen nach Absprache:

für Gruppen / Einzelpersonen jederzeit möglich

bis 8 Personen 35 €

ab 8 Personen 4 € pro Person

Quelle:www.regen.de

Advertisements

2 Kommentare zu “Weißbier, Weißwurst,Unterwelt

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.