Woibbadinga, Wolpertinger, Wolperdinger..


Der Wolperdinger. Legende oder Wahrheit?

Die Legende lebt und gehört zu Bayern wie der Defiliermarsch, die Weißwurst oder der Kini.

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Nachdem bisher immer angenommen wurde, daß der Wolpertinger in den Alpen lebt, ist es schon seit langem kein Geheimnis mehr, daß bestimmte Arten des Wolpertingers, z.B. der „Wurzeltinger“ oder aber auch der „Arbertinger“, in den Wäldern des Bayerischen Waldes zu finden sind. Der Bodenmaiser Naturfreund Woid Woife kennt sogar ein Revier des „Gemeinen Arbertinger“ und trifft diesen dort regelmässig an. Mehr möchte Woife nicht verraten. Für viele wird er ein Geheimnis bleiben. Für einige weinige aber nicht. Den sie hatten eine Begegnung mit dem seltsamen Wesen.

Wolpertinger – Sein Lebensraum und dessen Triebhaftigkeit

Obwohl der Wolpertinger ein sehr scheues Tier ist, muß die Zuwanderung etwas zu tun haben mit dem erhöhtem Fremdenverkehrsaufkommen im Bayerischen Wald. Denn das erste Tier wurde erst 1959 entdeckt, also genau zu dem Zeitpunkt, als der Bayerische Wald als Urlaubsregion entdeckt worden ist. Die Triebhaftigkeit und die Geilheit des Wolpertingers hatte zur Folge, daß er sich  -in Ermangelung genügender Geschlechtsgenossen (oder -Genossinen)- immer wieder mit neuen Tiergattungen paarte.Deshalb entstehen auch immer wieder neue Geschöpfe. Da er sich im Bayerischen Wald schneller vermehrt, als in anderen Gegenden, vermutet man sogar, daß das gesunde und fruchtbare Klima hier in den Wäldern dazu beiträgt.

Das Fabelwesen Wolpertinger

Wolperdinger Höhle (Foto von 1962) Nähe Kleiner Arber

Wolperdinger Höhle (Foto von 1962) Nähe Kleiner Arber

Er ist scheu, für Menschen ungefährlich und in den Wäldern Bayerns und den Alpen zu Hause: Der Wolpertinger ist kein Fabelwesen, das bereits seit mehr als 100 Jahren durch Bücher und Museen geistert und in Bayern immer wieder für Gesprächsstoff sorgt. 

So fing alles an…

Begonnen hat die Geschichte über das Fabelwesen Wolpertinger angeblich mit einer unaufhaltsamen Liebe zwischen Hase und Rehbock – aus dieser Verbindung entstand ein Junges, das den Körper eines Hasen und das Geweih eines Hirsches hatte. Im Laufe der Zeit entstanden aus der Legende über den gehörnten Hasen weitere evolutionäre Varianten, die sich aus Hase und Ente, Marder und Hecht oder auch einmal Fuchs und Fasan zusammensetzten. Die heutigen Darstellungen des Wolpertingers sind ganz unterschiedlich – das typische Abbild bleibt jedoch nach wie vor der Körper eines Hasen, mit dem Geweih eines Hirschs und den Extremitäten anderer Tiere wie Enten oder Fischen.

Alles nur eine Legende – oder eine wahre Begebenheit?

Der Wolperdinger liebt das düstere Licht

Der Wolperdinger liebt das düstere Licht

Natürlich entbehrt die Geschichte des Wolpertingers nahezu jeglicher wissenschaftlicher Grundlage. Biologen und Wissenschaftsexperten schließen eine erfolgreiche Paarung zwischen verschiedenen Tiergruppen aus. Doch vielleicht ist ja doch etwas dran am Mythos Wolpertinger – schließlich beschäftigen sich Institutionen verschiedener Art mit der Thematik, und präsentieren unter anderem im „Deutschen Jagd- und Fischereimuseum“ oder dem eigens eingerichteten „Internationalen Mittenwalder Wolpertinger Museum“ eine Vielzahl ausgestopfter Wolpertinger und umfassender Informationen über das Fabelwesen. Einige behaupten sogar, sie hätten das eigenartige Tier mit eigenen Augen gesichtet oder gar persönlich erlegt.
Interessant auch die Ergebnisse einer Forschungsreihe, in welcher bayerische Paläantologen nach jahrzehntelangen Ausgrabungsversuchen auf den unmittelbaren Vorfahren des Wolpertingers gestoßen sein sollen. Sie entdeckten in 16 Millionen Jahre alten Gesteinsschichten Bayerns das Geweih eines Tieres, das laut Angaben in der Süddeutschen Zeitung ein Hasenhirsch gewesen sein soll. Aufgrund des gefundenen Geweihs ließ sich das charakteristische Aussehen des Wolpertinger-Vorfahrens rekonstruieren.

Der Wolpertinger – friedlich, menschenscheu und mit magischen Kräften versehen

Generell besteht jedoch kein Grund zur Aufregung, selbst wenn das possierliche Tierchen tatsächlich in den bayerischen Wäldern beheimatet sein soll: Es soll sich nämlich um einen ausgesprochen friedfertigen Gefährten handeln, der sich nur bei akuter Bedrohung durch den Menschen zur Wehr setzt. Der Wolpertinger ernährt sich von Wurzeln und Kräutern, gelegentlich auch von Insekten und kleineren Tieren – keineswegs jedoch von Menschen.

Der Speichel des Tieres und andere Körperteile des Wolpertingers sollen unterdessen jedoch magische Fähigkeiten besitzen: So sorgt die Wolpertinger-Spucke unter anderem als exzellentes Haarwuchsmittel für eine einzigartige Haarpracht, sogar bei Glatzköpfen. Der Bauchspeck des Tierchens soll darüber hinaus unendliche Kraft bringen, wenn man sich zunächst mit dem rohen Speck einreibt und ihn anschließend verspeist.
Und nicht zuletzt soll das Gehörn des Fabelwesens, zu Pulver gemahlen, dafür Sorge tragen, dass der Herr bzw. die Dame des Herzens gefunden wird und das Glück in der Liebe lange und zuverlässig anhält.
Die Jagd auf den Wolpertinger

Wer einen Wolpertinger fangen will, um sich dessen zauberhaften Kräften zu bedienen, muss sich auf die Jagd begeben. Doch der Fang ist nur unter bestimmten Voraussetzungen von Erfolg gekrönt. So lauten bekannte Jagdregeln, dass der Wolpertinger nur von jungen, hübschen Frauen gefangen werden kann, wenn diese in Vollmondnächten unter Begleitung eines rechten Mannsbilds in die richtigen Stellen der bayerischen Wälder vordringen. Eine andere Regel besagt unterdessen, dass sich das Tierchen nur fangen lässt, wenn man ihm Salz auf den Schwanz streut – oder mit Sack, Stock und Kerze loszieht. Dabei soll der Wolpertinger mit dem Stock in den Sack getrieben werden, nachdem er mit Kerzenlicht erfolgreich angelockt worden ist.

Die Erfindung des Namens Wolpertinger

Woher die Bezeichnung Wolpertinger kommt, ist bis heute ungeklärt. Recherchen des Deutschen Jagd- und Fischereimuseums München gehen darauf zurück, dass es sich bei dem Begriff Wolpertinger ursprünglich um eine Bezeichnung für Produkte der Glasmacher aus der Ortschaft Wolterdingen bei Donaueschingen handelte. Damals sollen die fertigen Schnapsgläser, die in Tierform gefertigt wurden. Wolterdinger genannt worden sein, die schließlich zu „Wolpertingern“ avancierten.
Neben dem Wolpertinger existieren bis heute auch die Bezeichnungen Wolperdinger, Woipertinger oder auch Volpertinger. In einigen Gebieten Niederbayerns herrscht auch der Name „Oibadrischl“ als Begriff für das Fabelwesen vor. Im Österreichischen taucht zudem das Wort „Raurackl“ in diversen Schreibweisen auf.

Quelle: http://www.geschenkeparadies.eu/Wolpertinger

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Wissenswertes. Bayerischer Wald


Der Bayerische Wald (auch Bayrischer WaldBayerwald oder Böhmerwald) ist ein etwa 100 km langes Mittelgebirge an der Grenze zwischen Bayern und Tschechien. Der größte Teil davon liegt im Regierungsbezirk Niederbayern sowie in Tschechien. Der Nordteil gehört zur Oberpfalz, im Osten reicht der Bayerwald bis zur Grenze Oberösterreichs. Geologisch und geomorphologisch gehört er zum Böhmerwald – dem höchsten Rumpfgebirge des Böhmischen Massivs – und wird von diesem namentlich seit etwa 1830 unterschieden, als das Gebiet nach Einverleibung der Hochstifte Regensburg und Passaudurchgehend bayerisch geworden war. Entlang der tschechischen Grenze wurde das Gebirge zu einem Nationalpark gewidmet, dessen dichter Bewuchs sich langsam zu einem bodenständigen Urwald entwickelt. Das Schutzgebiet weist mehrere Informationszentren und ein Netz von Wanderwegen auf und setzt sich jenseits der Grenze im größeren Nationalpark Böhmerwald (Šumava) fort.

Urlaub im Bayerischen Wald – Schulaufsatz eines Preissnkindes


Urlaub im Bayerischen Wald

Letztes Jahr im Sommer waren wir in Urlaub im Bayerischen Wald. Meine grosse Schwester Jessica, meine Eltern und unser Hund Horst-Rüdiger. Ich war auch dabei und ich heiße Torsten und bin sieben Jahre alt. Meine Eltern waren schon öfters im Bayerischen Wald, aber für mich war es der erste Urlaub im Ausland, weil ich bisher nur in Bibione war. Der Bayerische Wald wäre eigentlich sehr schön, aber man sieht es kaum, weil überall Berge davorstehen und es verdecken. Sehr cool sind manche Häuser. Sie sind tätowiert, zum Beispiel mit einem Hirsch, einem Hirten oder einem Baum. Aber weil die Bayern das Wort „Tatoo“ noch nicht kennen, sagen sie „Lüftlmalerei“ dazu.

Die Bayern sind lustige Menschen und lachen viel mehr wie die Leute bei uns zu Hause. Sie mögen uns sehr, denn wenn sie uns sehen, lachen sie noch mehr. Viele heißen Sepp, die meisten jedoch „Hä“. Das lustige in Bayern ist die Sprache. Manche können deutsch, aber nicht alle. Der Ort, wo wir in einer Pension gewohnt haben, war da, wo Bayern „Niederbayern“ heißt und da ist die Sprache echt krass. Als wir einmal gewandert sind, sind wir an einem Bauerhof vorbeigekommen und davor saß ein alter Mann auf einer Bank, aß ein Stück Torte und trank dazu eine Flasche Bier. Mein Vater sagte zu ihm, dass schönes Wetter ist und der Mann meinte „Losmamaruah“! Das heißt wahrscheinlich „Guten Tag“. Ich wollte es gleich ausprobieren, ob ich die Sprache auch kann und sagte zu dem Mann „Losmiameiruah“. Er blickte aber sehr böse und sagte zu mir „Saubuamisrabliger“. Da sagten wir lieber nichts mehr und gingen weiter, weil wir ihn nicht reizen wollten. Der Mann stand dann auf, stöhnte und sagte: „Ohbuadeschua“. Das heißt wahrscheinlich „Tschüss“ oder so.

Gut gefallen haben mir in Bayern die Feste. Irgendwo ist immer eines. Da sitzen dann die Bayern und trinken Bier aus gläsernen Eimern, die sie „Maß“ nennen. Die Frauen haben kleinere Eimerchen, die heißen „Halbe“. Normale Gläser gibt es nur für Kinder oder ganz alte Frauen. Wir sind auf einem Fest gewesen, und es war sehr schön. Ich habe Pommes mit Ketschup gegessen, meine Schwester Jessica nichts wegen der Kalorien und meine Mutter ein halbes Hähnchen namens „Hendl“. Der Papa hat schneeweißw Würste gegessen, die „Weißwüaschd“ hießen und dazu einen Eimer Bier. Er sagte, die weiße Wurst rumort ganz doll in seinem Bauch und als er rülpste, fiel meine Mutter beinahe das Hähnchen hinunter.

Wenn die Bayern einige Eimer Bier getrunken haben, schlafen sie ein oder sie reden in einer Geheimsprache, die man nicht versteht. Es sind nur sehr kurze Wörter und mit dessen reizen sie sich gegenseitig, bis sie raufen.

Auf dem Fest, bei dem wir waren, konnte man dies sehr schön beobachten. An unserem Nachbartisch im Bierzelt saßen einige Bayern mit ihren Eimern. Zuerst lachten sie und guckten zu uns herüber. Einer von ihnen konnte sogar italienisch, denn er sagte zu meiner grossen Schwester immer „Dipackiano“. Sie verstand ihn aber nicht, weil sie nicht italienisch spricht. Plötzlich kam ein anderer Bayer am Nachbartisch vorbei und schon spielten sie das lustige Spiel: „Erst reden, dann raufen“. Einer von denen, die am Tisch saßen, sagte zu dem, der vorbeiging: „Hä“! Darauf sagte der Vorbeigehende: „Wos hä“?, worauf der andere ziemlich böse meinte: „Hä, gej hä“! Das hätte er vermutlich nicht sagen sollen, denn der Vorbeigehende sagte nur mehr: „Pass bloß aaf, hä“ – und schon rauften sie. Obwohl es ziemlich lustig war, gingen wir, denn meine Mutter mag keine Gewalt.

Etwas anderes ist mir auch noch aufgefallen in Bayern. Bayern reden nicht so gerne wie wir. Manche sind beinahe stumm. Dies kann man am besten im Wirtshaus sehen. Eines Abends ging mein Vater mit mir ins Dorfwirtshaus und wir bestellten Bratwürste mit Kraut, die sehr lecker schmeckten. Es waren außer uns nur zwei Einheimische da. Diese saßen am Stammtisch, tranken Bier und schwiegen. Mein Vater sagte freundlich zu ihnen: „Die Bratwürste schmecken hervorragend, meine Herren“! Sie aber schwiegen weiter. Sie sagten zu meinem Vater nichts, zu mir nichts und zu sich auch nichts. Wenn sie nicht ab und zu vom Bier getrunken hätten, hätte man meinen können, sie seien tot.

Plötzlich, nach ungefähr einer Stunde, tat sich etwas. Einer von den beiden seufzte „jamei“, und wir dachten jetzt beginnt ein Gespräch. Doch der andere sagte nur „owa ehrlich“, und das war es dann.

Mein Vater machte noch einen Versuch und rief hinüber: „Es gefällt uns sehr gut hier bei Ihnen in Bayern! Wir waren auch schon auf dem Feuerwehrfest! Da gabs eine zünftige Rauferei! Haha! Waren Sie auch schon auf dem Fest, meine Herren?“ Da sagte ein Bayer zum anderen: „Eam schau o“. Dann war es wieder ruhig. Dies war meinem Vater dann doch unheimlich und wir zahlten und verließen den stillen Ort. Beim Hinausgehen sagte Papa noch zu den Männern: „Gute Nacht, die Herren! Ich wünsche noch einen schönen Abend!“ Sie wünschten uns nichts.

Aber die Bayern sind nicht immer so mürrisch. Zum Beispiel sind sie richtig lustig, wenn sie sich gegenseitig beleidigen. Das gefällt ihnen scheinbar sehr. Als mein Vater und ich einmal in unserem Urlaubsort in der Dorfmetzgerei einkauften, kam ein Bayer herein und sagte zum Metzger: „Servus Hans, du oider Hundskrippe!“ Da lachte der Metzger und sagte: „Habe d’Ehre Sepp, du Berner, du greislicher!“ Sepp, der Berner, freute sich sehr über die nette Begrüßung. Als noch ein weiterer Bayer hereinkam, wurde die Stimmung immer besser. Er begrüßte die anderen beiden mit einem herzlichen „Ja, do schau her, da Sepp und da Hans! Griaß Eich, ehs Schlawiner, es elendigen!“

Auch Hans, der Hunzkrippl und Sepp, der Berner, begrüßten den Neuankömmling und riefen: „Ja griaßde Franz, oider Suffbeidl, stingerter!“ Franz Suffbeutel war total begeistert und lachte über das ganze Gesicht. Dann sagte Sepp, der Berner, zu Hans, dem Metzger bzw. Hunzkrippl: „Hä Hans, gib ma amol drei Boor vo deine greislichen Pflälzer, du Leitbscheißer, du windiger!“ Metzger Hans meinte dazu: „Für dein Saumogn taugns allawei! No, du gschwollkopferter Bauernfünfer, du staubiger Bulldogmißhandler, du grausamer!“

Es gibt scheinbar nicht schöneres für einen Bayern, als beleidigt zu werden, denn sowohl Hans, der Leutebescheißer als auch Sepp, der Berner und Bauernfünfer und Franz Suffbeutel waren in einer Super-Stimmung und lachten herzhaft.

Mein Vater meinte zu mir: „Pass auf Torsten, jetzt mache ich auch mit bei dem Spaß!“ Dann sagte er zum Metzger: „Geben Sie mir bitte hundert Gramm von ihrer verfaulten Salami, sie Vollidiot!“ Plötzlich lachte keiner mehr und alle sahen meinen Vater an, sogar die alte Frau, die im Laden war. Der Metzger sagte mit finsterem Gesicht: „Schau bloß dass du weidakimmst, du Preissnschädl, du gfotzerter!“ Das habe ich zwar nicht genau verstanden, aber es hörte sich nicht gut an und wir verließen ohne Wurst die Metzgerei. Wahrscheinlich ist „Vollidiot“ eine Beleidigung die die Bayern nicht kennen und deshalb freuen sie sich nicht darüber.

Sonst war es in Bayern sehr schön, besonders die Pommes und das Eis. Ich habe mich sehr gefreut, denn ich durfte abends immer mit vier Jungs aus dem Dorf Fußball spielen. Die bayerischen Jungs sind echt nett, sie ließen mich sogar den Ball holen, wenn er in Nachbarsgarten geflogen war und sagten, das ist eine große Ehre für mich. Als ich den Ball wieder herausgeholt hatte, sagten sie, dass es nicht nur eine grosse Ehre, sondern auch ein grosses Glück für mich war, weil heute scheinbar der Kampfhund nicht zu Hause ist. Das ist doch voll lustig, oder?

Ich habe mir extra die Namen der Jungs notiert, damit ich ihnen nach dem Urlaub schreiben kann. Sie heißen Ülcgür, Ferdl, Erdal-Alois und Kilian. So, das war’s.

Ich freue mich schon auf den nächsten Urlaub in Bayern, weil Bayern ist voll cool.

Autor Toni Lauerer, bayerischer Fels in der Brandung