Jetzt schon an später denken. Biergartenzeit


00 Greil 12Die Eröffnung der Biergartensaison is no aa Zeitl entfernt und is ja Gott sei Dank ned amtlich festg’legt. Da richtige Zeitpunkt konn sei vor’m Maikäfer oda nach’m  Maikäfer – aba aa zua Zeit vom Holzbock! Beim Auftreten von dem Borkenkäfer konn’s feile a scho so weid sei. Wenn da Borkenkäfer scho arbat, dann konn’s losgeh… Wobei der andere Schädling, die Miniermotte, der konn da no ned mid hoitn. Die Miniermotte hod”s scho schwerer, die is ja auf Kastanien spezialisiert. Die muass dann wart’n, bis die Kastanien austriem hom. Der Schädling is praktisch o’gwiesn auf die Kastanien, wohingegen da Biertrinker ned, des ist der große Unterschied!

Und  Der Biertrinker is normalerweise koa Schädling, sondan ein Nützling, oda?

So lang die Kastanien no koan Schatt’n gem, is der Biertrinker aiso im Vorteil. Do brauchst du dann nämlich ois Biertrinker a koa Bierfuizl. Da Bierdeckel is ja quasi a Bewaffnung g’wesn gega’n Maikäfer. Oda gega’n Schboz, der oam in Kruag neischeißt.

Ob I an Lieblings-Biergarten hob? Na, eigentlich ned. Aba I muass imma strategisch guad hogga. Fia mi is imma wichtig, dass I ned mittendrin, sondan eher an da Peripherie hogg’. Soit a Hendlgeruch oda irgendwie so wos in da Nähe sei, dann mechd I so sitz’n, dass si der Hendlgeruch a bissal mit’m Geruch von de öffentlichen Toiletten kreizt. Genau do gibt’s dann meistens die spannendsten Geschehnisse in am Biergarten. Do sitzt ma dann nämlich zwischen de zwoa wichtigsten Pole von am Biergarten.

Zitiert aus Gerhard Polt

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Bodenmais auf Reisen: Gemeinde & Strassenfest in Tinnum auf Sylt


0 Sylt 11Tinnum/Sylt: Eine ansehnliche Delegation um den Bodenmaiser Bürgermeister Joli Haller und BTM-Vize Chefin Katharina Hartl, Plattlern aus Widdersdorf und Rinchnach, Goasslschnalzer, Weißwurst und Leberkäs-Lieferant Geiger Mich mit Familie aus Böbrach und die Zwieseler Rosl&Bertl absolvierte von Donnerstag bis Sonntag einen Freundschaftsbesuch auf der Nordseeinsel. Neben einer Inselrundfahrt, einem zünftigen Grillabend in der Vogelkoje und ein Abendessen mitten in den Dünen war das Strassenfest in Tinnum ein Highlight der Sonderklasse. Schon am Vormittag wurde der „Bayernplatz“ auf Vordermann gebracht. Verkaufstände für bayerisches Bier und die dazugehörigen Schmankerl in Form von Weißwurst, Leberkäs und Polnischen waren im Nu einsatzbereit. Lange hat es nicht gedauert, bis sich um die Trachtler aus dem Bayerwald die Plätze füllten und die Nordlichter der gschmeidigen Musik, angeführt von Joli Haller höchstpersönlich, lauschten und nicht mit Applaus sparten. In Schlangen standen die Besucher an den Ständen, um ja ein bayerischer Schmankerl zu erwischen. Natürlich wurden auch Grußworte ausgetauscht. „Wir sind nicht als Freunde gekommen, sondern als echte Freunde,“ betonte Bürgermeister Joli Haller in seiner Ansprache. Man war sich auf beiden Seiten einig. Diese Freundschaft wird fortgesetzt. Den Abschluss bildete eine Party im nahe gelegen Festzelt, die erst um Mitternacht endete. Am Sonntag früh verabschiedete man sich herzlich von den Gastgebern und es wurden noch Präsente aus Bodenmais überreicht. Dann machte man sich per Autozug über den Hindenburgdamm auf den Weg Richtung Bayerwald. Fazit dieser Reise. Unbeschreibliche Eindrücke einer einmaligen Landschaft und tolle Gastgeber machten den Abschied schwer. Perfekt war das Ganze organisiert von der BTM Mitarbeiterin und stellv. Chefin Katharina Hartl.

SYLT TV berichtet

Für Biergartenfans gibt es jetzt eine Bibel


logoGanz neu auf dem Markt und schon in aller Munde ist der neue „Biergarten Guide 2014“ aus München. Dieses Buch zeigt die schönen, besten oder größten Biergarten der Landeshauptstadt. Aber nicht wie man es gewohnt ist mit ein paar Bildchen, sondern in einem ausgetüftelten System mit umfassenden Informationen. Übersichtskarten, Biergarten Radtouren, Bayerns Biergartenkultur, alles übers Bier oder Biergarten Brotzeiten (sogar der Weißwurst ist ein Kapitel gewidmet) werden hier beschrieben. Jeder vorgestellte Biergarten auf einer Doppelseite mit Bildern, Informationen und sogar mit QR Code. Zusätzlich gibt es noch:

+ Über 40 Biergutscheine!!!!! für alle Biergärtenaus dem Guide +Bayerische Begriffe für Nicht-Bayern +Übersichtskarten und Stadtpläne +Radkarten +MVV-Anfahrt und Parken +Geschichte, Hintergründe und allerhand Wissenswertes.

Dieses Buch ist weit mehr, als die bekannten Allerweltsfaltblätter die man irgendwo ausgehändigt bekommt. Hier werden sogar Lesemuffel zu Leseratten.

Den Weißwurst Blog Zwiesel hat dieser Biergarten Guide absolut überzeugt. Wir wünschen viel Spaß beim Eintauschen der Biergutscheine. Wir haben bereits einige, dank des frühen Frühlings, umgetauscht und in vollen Zügen den Gerstensaft genossen.

Auf geht´s. Sichert Euch diese Biergartenbibel und genießt das Biergartenleben.

Biergartenguide2014

40lbiergutschein

Brezn ist nicht gleich Brezn. Die Unterschiede


Bayr. BreznDie vergleichsweise fettarme bayerische Brezel verfügt über relativ dicke Ärmchen. Der untere Bogen, auch Bauch genannt, ist nicht so ausladend wie bei anderen Varianten, was dem Gebäck eine recht kompakte Form verleiht. Die untere Schlinge wurde nicht aufgeschnitten, sie reißt beim Backen von selbst ein.

 

 

schwaebische breznBei der schwäbischen Brezel sind die dünnen und daher besonders knusprigen Ärmchen weit oben angebracht, so dass sie über einen ausladenden Bauch, insgesamt jedoch über eine schlankere Form verfügt. An der unteren Schlinge, dem Ausbund, wurde ein Schnitt angebracht. Das Innere ist insgesamt weicher als bei der bayerischen Brezel, was an der Beimengung von Milch oder Sahne liegt und den Kalorienanteil in die Höhe treibt. Aus: www.zehn.de

Die Brezn


breznrogl kleinBrezel (althochdeutsch brezitella), BretzelBrezl, auch Breze, in Bayern/Österreich Breznwienerisch auch Brezerl, im Schwäbischen auch Bretzet oder Bretzg / Bretzga (sing./pl.), im Badisch-Alemannischen oft Bretschl genannt[1], ist eine vor allem in Süddeutschland und Österreich verbreitete Gebäckform, bei der das herausstechende Merkmal der in sich symmetrisch verschlungene Teigstrang ist. Die Brezel ist seit Beginn des 14. Jahrhunderts bis heute das Zunftzeichen der Bäcker. Quelle: Wikipedia

Und so wird die Brezn gmacht

Manche(r) verlangt nach einem Löffel


Gerüchten zufolge, lassen sich Touristen (nicht nur Japaner!) öfters mal einen Löffel geben, wenn ihnen die Weißwürste stilgerecht in einer Terrine serviert werden. Doch auch wenn das Weißwurstwasser, wie hier mit “Schniedl” (= Schnittlauch) oder „Bedal“ (= Petersilie) etwas aufgehübscht wird, so ist es eigentlich nicht zum Verzehr geeignet, sondern dient nur dazu, die Weißwürste länger warm zu halten.

Perfekter Start in´s Wochenende


Am 20.10.2012 um 10 Uhr ist es wieder so weit. Weißwurst Stammtisch für Weißwurstliebhaber. Diesmal beim wohl besten Weißwurst Lokal weitum. Dem Weißbräu in Deggendorf. Optimale Voraussetzung sind geboten. Tolles Wetter, süffiges Bayerweizen und natürlich die guadn Weißen…..Bayerisches Herz was willst du mehr….

Bierpreis Obergrenze


VGBE startet Bürgerbegehren – Preisobergrenze von 7,10 Euro für eine Maß

Für faire Bier- und Getränkepreise

München, 07. September 2012 Der Verein gegen betrügerisches Einschenken e.V. (VGBE) startet ein Bürgerbegehren für faire Bier- und Getränkepreise auf dem Münchner Oktoebrfest. „Es muss Schluß sein mit der permanenten, willkürlichen Erhöhung der Getränkepreise auf der Wiesn“, sagt Jan-Ulrich Bittlinger, Präsident des VGBE.
Der Verein möchte mit seinem Bürgerbegeheren „eine Preishöchstgrenze für Bier, Weißbier und alkoholfreie Getränke von 7,10 Euro je Liter“ durchsetzen. Zudem sei eine jährliche Erhöhung um 0,15 Euro jeweils zum 01.09. eines Jahres beabsichtigt.

Der VGBE versucht seit Jahren den Auswüchse auf dem Oktoberfest Einhalt zu gebieten. Stieß jedoch im vergangenen Jahrzehnt auf arrogante Ablehnung der Verantwortlichen im Münchner Rathaus. „Unsere Geduld ist jetzt zu Ende“, schimpft Jan-Ulrich Bittlinger. „Die Herren Schmid, Reissl und Ude dürfen sich warm anziehen in den nächsten Monaten“, so Bittlinger. Das Oktoberfest sei Angelegenheit der Münchnerinnen und Münchner und keine Privatveranstaltung der Politik. Der Verein gegen betrügerisches Einschenken wirft den Parteien im Münchner Rathaus seit längerem vor, den Charakter der Wiesn als Volksfest zu zerstören und keinerlei Konzepte für das Oktoberfest zu haben.

Gerade die permanenten Preiserhöhungen bei den Getränken sei ein Zeichen dafür, dass das Rathaus den Volksfestcharakter schon längst aus den Augen verloren hat. „Was bitte rechtfertigt es, dass die Maß Bier auf dem Oktoberfest über 2 Euro mehr kostet, als im teuersten Biergarten Münchens“, fragt der Vereinschef.

Bittlinger möchte mit dem Bürgerbegehren eine breite Diskussion über das Oktoberfest anstoßen. „Unser Motto lautet: Wir holen uns die Wiesn zurück!“, so Bittlinger. Dabei sei der Kampf um eine Preisobergrenze von Bier und alkoholfreien Getränken nur der erste Schritt. Dem VGBE sind auch die flächendeckenden Reservierungen im Mittelschiff der Festzelte ein Dorn im Auge. Daher fordert er eine deutliche Einschränkung der bisherigen Reservierungspraxis.

Den Vorwurf der Wirte, die Preisobergrenze sei ein Eingriff in die Marktwirtschaft, kontert der Präsident mit einem Lachen. „Wer behauptet, das Oktoberfest trage auch nur ansatzweise marktwirtschaftliche Züge, erklärt die Volksrepublik Nordkorea bestimmt auch zur Demokratie“, spottet Bittlinger. Das Oktoberfest sei ein Monopolbetrieb, ein Kartell, so Bittlinger. Das zeige schon der regulierte Zugang für Festwirte, Brauereien etc. „Das Oktoberfest basiert vielmehr auf Preisabsprachen und Fantasiepreisen“, wettert Jan-Ulrich Bittlinger. Deshalb habe des Bürgerbegehren ganz klar eine Legitimation.

Der Verein will Unterschriften über seine Mitglieder sammeln und Einzelhändler in München ermuntern, Unterschriftenlisten auszulegen. Eine Unterschriftensammlung auf oder um das Oktoberfest Festgelände wird es nicht geben.

Hier Unterschriftenliste herunterladen

PNP berichtet über 4.Weißwurst Stammtisch


Zwieslerwaldhaus. Samstag, 11 Uhr, Biergarten, Sonne, gute Laune: Der Zwieseler Weißwurst-Blog hat sich jetzt zu seinem vierten Stammtisch mit Gästen aus dem weiten Umland im Biergarten im Hotel Scharnagl getroffen.

 Pünktlich zum Beginn des Treffens verabschiedete sich der Regen und die Sonne machte sich breit. Es dauerte nicht lange und der Pavillon im Biergarten füllte sich: An die 60 Weißwurst Fans aus nah und fern, ausgestattet mit bester Laune, machten es sich gemütlich.

Kurz vor 12 Uhr wurden dann die prächtigen Weißwürste aufgetragen. Das Team um Hotelier Gabriel Scharnagl hatte alles perfekt vorbereitet und wartete mit mancher Überraschung auf. Die Hotelbesitzer hatten exklusiv den neuen Star am Volksmusikhimmel, Andreas Hastreiter, engagiert. Der von ARD-Fernsehauftritten bekannte junge Mann zog alle seine Register und beeindruckte die anwesenden Gäste mit seinem genialen Spiel.

Unter den Stammtisch-Gästen waren auch Landrat Michael Adam mit Lebensgefährten Tobias Eckert, der Langdorfer Tourismus-Chef Fritz Wenzl mit Frau, das Königspaar Jürgen II. und Dagmar I. der BSG Mecklinghoven und eine Abordnung des Weißwurst- Stammtisches aus Hurghada/ Ägypten − die Weißwurst-Freunde waren extra zu diesem Treffen eingeflogen.

Nach dem Konzert von Andreas Hastreiter ließ es sich das „Weiß wuaschd is Xangl“ nicht nehmen und gab noch einige ihrer Lieder zum Besten. Erst am Nachmittag traten die letzten Weißwurst-Fans kulturell und kulinarisch gesättigt wieder die Heimreise an.

Weißwurst XXL

Radler oder Russ?


Radler oder Russ

Wer seinen Durst in der Sommersonne lieber mit einem leichteren Getränk stillen will, kann zwischen Radler und Russ wählen. Für ein Radler werden Helles und klare Zitronenlimonade zu gleichen Teilen gemischt. Für den Russ wird Weißbier zur Limonade in den Maßkrug gefüllt. Meist werde dafür helles Weißbier verwendet, es gebe aber auch die dunkle Variante.

Beim Russ handelt es sich – ebenso wie beim Radler – um ein Biermischgetränk, das nach einer Änderung im Biersteuergesetz seit dem 1. Januar 1993 als fertiges Erzeugnis hergestellt werden darf. Der „Russ“ ist ein Getränk, dass aus 50% Weißbier bzw. Weizenbier und 50% klarer Zitronenlimonade hergestellt wird.

Für die Herkunft der Bezeichnung „Russ´n-Maß“ liegen drei unterschiedliche Erklärungen vor

0000 Weibier-WeißwurstDie erste besagt, dass während der Inflationsjahre 1919 bis 1923 aufgrund des herrschenden Rohstoffmangels versucht wurde, Bier schwächer einzubrauen. Dies gelang beim obergärigen Bier wesentlich besser, weshalb man vornehmlich Weißbier braute. Dieses Weißbier wurde dann zum Zweck der Streckung im Ausschank mit Zitronenlimonade gemischt. Weil dieses Getränk süßer war, wurde es gern von russischen Arbeitern und Landarbeitern getrunken, weshalb man ihm den Namen „Russ´n-Maß“ gab.

Die zweite vorliegende Erklärung besagt, dass dieses Mischgetränk ursprünglich „Riesen-Maß“ geheißen haben soll, und zwar deshalb, weil Weißbier bei Mischung mit Zitronenlimonade durch die darin enthaltenen Essenzen stark aufschäumte und deshalb „riesig“ aussah. Dieses Wort „Riesen-Maß“ soll dann später in der Zeit des Nationalsozialismus verballhornt worden sein zum Wort „Russ´n-Maß“.

0 Franz Xaver KreuzerDie gebräuchlichste und auch in der Literatur am häufigsten anzutreffende Erklärung hingegen besagt, dass die „Russ´n-Maß“, auch der „Russ´n“ genannt, ein Kind der Revolution von 1918 ist. Demzufolge soll sie erstmals zusammengemischt worden sein im Mathäser-Keller in München, wo sich nach dem Ersten Weltkrieg die kommunistischen Anhänger einer Räterepublik trafen. Ob ihnen nun das Weizenbier ausging, so dass sie sich gezwungen sahen, es mit klarer Zitronenlimonade zu strecken, oder ob ihnen die Mischung von Weizenbier und klarer Zitronenlimonade zu jeweils gleichen Teilen verordnet worden war, damit sie nicht durch zu hohen Konsum von Alkohol schnell müde wurden, – beide Erklärungen sind in der Literatur zu finden – in jedem Fall erlangte dieses neugeschaffene Mischgetränk schnell große Beliebtheit.

Im Münchner Volksmund wurden diese kommunistischen Anhänger der Räterepublik als „Russ´n“ bezeichnet. Dieser Begriff setzte sich in der Folgezeit dann auch recht schnell für deren Lieblingsgetränk durch: die Russ·n Maß, die sich bis heute vor allem in den heißen Sommermonaten aufgrund ihrer Süffigkeit und des geringen Alkoholgehaltes in Bayern großer Beliebtheit erfreut.Quelle: http://www.bierundwir.de/sorten/russ.htm

Radler

Biermischgetränke sind scheinbar eine moderne Erfindung der Brauereien um die Trinker zu gewinnen, denen Bier sonst zu bitter oder zu alkoholhaltig ist. Dabei ist das bekannteste Biermischgetränk schon fast hundert Jahre alt. Im Süden Deutschlands als Radler und im Norden als Alsterwasser bekannt ist es bei jungen und älteren Menschen als Durstlöscher beliebt.

Fakten und Hintergründe zum Radler

MassDas Radler-Bier wurde vom Wirt Franz Xaver Kugler aus München erfunden. Kugler war eigentlich Gleisarbeiter. Er verdiente sein Geld an der Strecke München-Holzkirchen, die gegen Ende des vorigen Jahrhunderts zweigleisig ausgebaut wurde. Die Arbeit war hart, die nächste Wirtschaft weit und so kam Franz-Xaver Kugler auf die Idee, die Versorgung seiner Kollegen mit Bier zu übernehmen. Aus der Deisenhofener Bahnhofswirtschaft fuhr er mit Pferd und Wagen fortan das Bier zur Baustelle. Des ewigen hin und her Fahrens überdrüssig dauerte es nicht lange, bis Kugler an der Baustelle eine Bretterbude errichtete, die unter dem Namen „Kantine der Königlich-Bayerischen Eisenbahn zu Deisenhofen“ die Versorgung der Bauarbeiter übernahm und nach Fertigstellung des Schienenweges 1897 zunächst als „Waldrestaurant“ firmierte und später – unterdessen zu einem stattlichen Lokal ausgebaut – in „Kugler-Alm“ umgetauft wurde.

Die Kugler-Alm, etwa 15 km außerhalb Münchens, etablierte sich in kurzer Zeit zu einem beliebten Ausfluglokal. Als nach dem ersten Weltkrieg das Fahrrad immer populärer wurde, ließ auch Franz Xaver Kugler einen Radweg quer durch den Wald zur Kugler Alm anlegen, eine bis heute beliebte Ausflugsstrecke. Diese Idee wurde von den Münchnern derart begeistert aufgenommen, dass an einem schönen Samstag im Sommer 1922 gleich 13.000 Radler die Kugler Alm gestürmt haben sollen. Diesem Riesendurst hielten die Vorräte an Bier nicht stand. Der schlaue Wirt wusste einen Ausweg: er mischte das zur Neige gehende Bier je zur Hälfte mit noch reichlich vorhandener Zitronenlimonade und servierte diese neue Mischung seinen Gästen als „Radler-Maß“ mit dem Hinweis, dieses Getränk eigens für die Radfahrer erfunden zu haben, damit sie mit dem Fahrrad nicht schwankend nach Hause fahren müssen.

Rasche Verbreitung

Die Radler-Maß setzte sich in Bayern schnell durch und fand Liebhaber auch in Norddeutschland, wo sie als „Radfahrerliter“ übersetzt wurde und als Alsterwasser bekannt wurde. Da zur damaligen Zeit in Bayern das dunkle Bier noch dominierte war auch das „Radler“ ursprünglich ein Gemisch aus dunklem Vollbier und klarer Zitronenlimonade. Erst im Zuge des allgemeinen Wandels des Verbrauchergeschmacks weg vom dunklen und hin zum hellen Bier vollzog sich diese Veränderung auch bei der Biersorte Radler, das seither aus hellem Vollbier und Zitronenlimonade hergestellt wird.

Die Bereitung des Radler blieb bis 1993 dem Wirt vorbehalten: erst in der Gaststätte wurden Bier und Limonade gemischt, denn das Biersteuergesetz verbot bis zu seiner Neufassung, die zum 1.1.1993 Gültigkeit erlangte, die Herstellung fertiger Biermischgetränke. Nachdem diese Beschränkung gefallen war, dauerte es nicht lange, bis das erste fertige Radler auf dem Markt erschien – wenngleich es nicht Bayern waren, die hier Pionierarbeit leisteten, sondern Hessen. Nachahmer fanden sich schnell und heute gehört das Radler, gehören aber auch andere Biermischgetränke wie Cola-Weizen, der Russ‘ und sonstige Mischungen zum Standardangebot von Brauereien in Deutschland.

Zwar gibt es keine separaten Statistiken über die Verteilung des Austosses von Biermischgetränken auf die einzelnen Sorten (neben Radler bzw. Alsterwasser auch Russ’n, Cola-Weizen u.a.), es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass von den 1999 in Bayern insgesamt hergestellten ca. 400.000 hl fertiger Biermischgetränken gut 75% auf Radler entfallen. Gegenüber dem Jahr 1998 erfuhr die Herstellung von Biermischgetränken in Bayern eine Zunahme um 10%. Schnell wie der Absatz wächst auch die Zahl der Betriebe, die an diesem Markt teilhaben wollen. Die Zahl der Hersteller von Biermischgetränke in Bayern ist mittlerweile auf. 30% aller bayerischen Brauereien angestiegen.

Der tatsächliche Radler-Konsum ist in Bayern natürlich weitaus höher, als diese Statistiken es zum Ausdruck bringen, erfassen sie doch nur das „Fertiggetränk“ Radler. Darüber hinaus wird das Radler natürlich an warmen Sommertagen in großen Mengen in den Biergärten und Wirtschaften von Bayern gemischt, um als erfrischendes, schwach alkoholisches Getränk den Durst der Gäste – und keineswegs nur der Radler – zu stillen.

Eine Besonderheit: Im Radler wird Limonade biersteuerpflichtig!

Der Grund für diese abwegig anmutende Besteuerung der Zitronenlimonade mit Biersteuer: Gemäß Biersteuergesetz sind auch Biermischgetränke (dasselbe gilt demnach auch für das Russ·n-Bier, das gemäß seinem Stammwürzegehalt der Bierbesteuerung unterliegt. Der Zuckergehalt der Limonade wird dabei behandelt wie der Stammwürzegehalt im Bier. Auf ein fertiges Radler entfällt damit mehr Biersteuer als auf dieselbe Mischung, wenn sie erst in der Gaststätte hergestellt wird. Darüber hinaus entfällt auch auf ein Radler, das unter Verwendung zuckergesüßter Limonade hergestellt wird, eine höhere Biersteuer (höherer Zuckergehalt) als auf ein Radler, das unter Verwendung von kalorienreduzierter, süßstoffgesüßter Limonade hergestellt wird.

Quelle: http://www.bierundwir.de/sorten/radler.htm