Der Schalander in Zwiesel als Klassenzimmer


Blogbild 3Die Dampfbier Brauerei Pfeffer in Zwiesel bot dem 1860 Fan Club „Landshuter Löwen“ ein besonderes kulinarisches Schmankerl. Über 30 Wissensdurstige besuchten bei ihrem Club-Ausflug nach Zwiesel den altehrwürdigen Schalander zu einem ganz besonderen Termin.Weißwurstseminar und Brauereiführung standen auf dem Stundenplan. Pünktlich um 10 Uhr horchte man aufmerksam hin, als alles Wissenswertes über die Weißwurst dargeboten wurde. Ein interessanter und launiger Vortrag wurde den Gästen geboten. Nach der Theorie wurden dann die frischen Weißwürste und reschen Brezen aufgetragen und genüßlich verspeist. Zum Schluss der „Lehrstunde“ galt es, einen Weißwursttest zu absolvieren. Anschließend bat Dr. Dieter Pfeffer höchstpersönlich zur Brauerei-Führung. Zum Abschluss wurde dann mit Spannung die Urkundenübergabe erwartet. Da alle Weißwurstseminar Teilnehmer bei der Schulstunde gut aufgepasst hatten, konnten alle eine Urkunde der „Königlichen Weißwurstschule Bayerischer Wald“ entgegennehmen. Dem Seminarleiter wurde vom Fanclub als Dank noch ein Wimpel und ein Landshuter Trinkkrug überreicht. Den Tag abgerundet hat eine gemeinsame Besichtigungstour durch die Glasstadt Zwiesel.

Vergessener Wortschatz. Heute: „Foam“


Der Foam

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Beim Öffnen einer Bierflasche passiert es gelegentlich, dass der Inhalt druckvoll überläuft oder gar herausspritzt. Im Glas fällt der Schaum anschließend schneller zusammen als gewöhnlich. Die Brauereien benennen dieses Phänomen mit dem englischen Wort „gushing“. Der Bayerische Brauerbund führt dieses Überschäumen nicht auf einen Braufehler, sondern auf die Rohstoffe zurück.

Auch dieses Jahr ist der Gushing-Effekt schon des öfteren aufgetreten. Mälzereien und Brauereien haben so gut wie keinen Einfluss darauf. Auf die Sprache hätten sie allerdings schon Einfluss. Sie könnten den Anglizismus durchaus vermeiden, denn im Bairischen gibt es mit Blick auf die Schaumentwicklung beim Bier den altehrwürdigen Begriff Foam. Er wird noch dazu wie ein englisches Wort geschrieben und ist in England geläufig.

Wenn einem Biertrinker der Foam im Bart hängt, wird es Zeit, dass er ihn abwischt. In einem in Georg Queris „Kraftbayrisch“ (1912) abgedruckten Gedicht heißt es: „Hat der Bauer des Stück na verkafft, sauft er, dass eahm der Foam abilafft.“

Auch Gerhard Polt zitiert das Wort hin und wieder. Wenn einem Mann die Spucke (bairisch: Speiberling, Soiferling) aus dem Mund rinnt, dann foamt er. Es sind Fälle bekannt, in denen solche Männer den Beinamen Foamer erhielten (Foamer Schorsch).

Die schriftdeutsche Entsprechung zu Foam ist das Wort Feim, das aber seltener zu hören ist als das dazugehörige Adjektiv abgefeimt (abgeschäumt, gerissen, durchtrieben). Wenn auf dem Oktoberfest schlecht eingeschenkt ist und zu viel Foam im Krug ist, bezichtigt der enttäuschte Gast die Wiesnwirte manchmal der Abgefeimtheit.

Dem Foam könnte das lateinische Wort spuma (Schaum, Gischt) zugrunde liegen, das sich im Alt- und Mittelhochdeutschen zu veim, im Frühneuhochdeutschen zu faum und feim gewandelt hat. Die in Anglizismen vernarrte Brauindustrie könnte also in Bayern statt gushing den „gascherten Foam“ einführen, bairischer und englischer geht es kaum.

Quelle: http://ak-heimatgeschichte.mitterfels-online.de/joomla/index.php/schwarzes-brett/bairisch/211-kratzers-wortschatz