Grosses Finale in Zwiesel


Grosses Finale in Zwiesel
Weißwurstessen und Maibaumaufstellen

Zwiesel: Nach dem Mai-Nachtsmarkt am Freitag und der Mega-Party-Sause von ANTENNE BAYERN am Sonntag nun das Finale am 1.Mai auf dem Zwieseler Stadtplatz. Vor dem traditionellen Maibaumaufstellen startet die Stadt mit einem kulinarischen Leckerbissen in den Mai-Feiertag. Die Wirte am Stadtplatz und das Pfefferbräustüberl laden ein zum zünftigen Weißwurstessen in ihre Lokalitäten. Metzgerweißwürste, frische Bäckerbrezn und ein kühles Weißbier lassen da Gaumenfreuden aufkommen. Zu den Weißwürsten gibt es den in Bodenmais aus der Taufe gehobenen „Der Köngliche Weißwurstsenf“, des sogar im Luxuskaufhaus „KaDeWe“ in Berlin angeboten wird. Die Wirte freuen sich auf zahlreiche hungrige Gäste. Um 16 Uhr wird dann vor grosser Kullisse der nun bundesweit bekannte und zweimal gestohlene Maibaum bei Blasmusik am Stadtplatz aufgestellt.

„Ludwig II. und Sissi“ beehren Zwiesel


"Ludwig II. und Sissi" Ehepaar Mathes

„Ludwig II. und Sissi“
Ehepaar Mathes

Am 1.Mai 2014 besuchte ein weltweit bekannte Persönlichkeit auf Initiative von Rosl und Bertl alias Roswitha Nötzel Seemann und Albert Fritz, die Glasstadt im Bayerischen Wald. Kein Geringerer als der Märchenkönig Ludwig II. und seine Sissi, in Person von Siegfried Ludwig Mathes mit Gattin Elisabeth gaben sich die Ehre. Der hohe Besuch wurde an der Stadtgrenze von Albert Fritz  in Empfang genommen. Auf Wunsch der Gäste wurde als Erstes das Weißwurstäquator Denkmal am Infozentrum angesteuert und mit dem Paar Fotos geschossen. Anschließend wurden die Besucher zum Stadtplatz geleitet und Bürgermeister Franz Xaver Steininger vorgestellt. Dieser stockte bei der Begrüßung etwas, wohl überrascht von der Ähnlichkeit zum Original. „Als wenn er leibhaftig dastehen würde.“ so das Stadtoberhaupt. Das Wetter wurde trotz anfänglicher Skepsis wahrlich königlich. Weiß/blauer Himmel und warme Sonnenstrahlen. Man machte es sich am Stadtplatz bequem und der Tisch füllte sich rasch mit den Zwieseler Hoheiten, sowie dem MdB Alois Rainer, Meta Gaschler, Organisatorin des Bräuwagen Wettbewerbes sowie den Stadträten Elisabeth Pfeffer und Stefan Schmidt. Zusammen mit den Hunderten von Besuchern genoss man, begleitet von den Klängen der Bayerwaldkapelle, den Hauptakt des Tages, dem Maibaum aufstellen. Alles verlief Bestens. Gegen 18 Uhr, dem eigentlichen Ende der Veranstaltung, verlängerte der Bürgermeister kurzum um eine Stunde. Die immer noch zahlreichen Gäste quittierten diese Bekanntmachung mit viel Beifall. Erst langsam leerte sich der Stadtplatz. Ein rundum gelungener Tag ging nun langsam zu Ende.

 

Wissenswertes: Rund um den Maibaum


36Ein Maibaum ist ein geschmückter Baum oder Baumstamm, der in der Regel am 1. Mai aufgerichtet wird. Bei Maibäumen handelt es sich um meist große, hochstämmige, verzierte Bäume, die an zentralem Platz im Ort bei einer festlichen Veranstaltung aufgerichtet werden. Je nach Region – und sogar je nach Ort – kann die Gestaltung der Maibäume sehr unterschiedlich aussehen. Entweder wird der Maibaum jedes Jahr neu gefällt, oder es wird über mehrere Jahre derselbe Stamm verwendet, dem eine neue Krone aufgesetzt wird. In Ostfriesland zum Beispiel wird der Stamm unter Wasser gelagert und jedes Jahr zum Mai wieder hervorgeholt. Meist werden die Stämme geschält und mit bunten Girlanden, Tannengrün oder Krepp-Papier geschmückt. Andernorts sind sie ohne Verzierung oder werden im Naturzustand mit Rinde belassen. Am oberen Ende wird der Baum meistens von einem Kranz und der grünen Baumspitze gekrönt. Ein – nach bayrischen Traditionen – „richtig“ geschnürter (bemalter) Stamm hat in Bayern die Spirale von unten links nach oben rechts gedreht. Als Vorlage dienen dabei die bayerischen Rauten, die den weiß-blauen Himmel darstellen. In Franken sieht man die Bäume dagegen in weiß-rotem Streifendesign. Direkt vor dem Aufstellen wird der Baum je nach Region in einer Art Prozession durchs Dorf getragen, deren Ziel oft ein zentraler Platz und/oder eine Gaststätte ist und die meistens von Zuschauern und einer Blaskapelle begleitet wird. Dort findet dann nachmittags oder gegen Abend das eigentliche Aufstellen des Baums statt. Während der Maibaum früher meistens mit Hilfe langer Stangen, aufgestellt wurde, nimmt man heute auch Traktoren, Gabelstapler oder sogar Kräne zuhilfe, wobei eher ein Trend zur Rückkehr alter Traditionen besteht.

Maibaumstehlen

Vor allem das Stehlen des Maibaumes ist ein oft ausgeübter Brauch. In der Nacht vor dem Aufstellen wird der Maibaum meistens von jungen Männern bewacht. In Bayern muss der zukünftige Maibaum bereits gefällt sein. Ein noch fest verwurzelter Baum, von dem nur bekannt ist, dass er als Maibaum gewählt wurde, darf deshalb nicht entwendet werden. Liegt der Baum nach dem Fällen im Wald bzw. am Waldrand, darf er nicht gestohlen werden, da dies Holzdiebstahl wäre. Nach der ursprünglichen bayerischen Tradition durfte der Baum nur in der Walpurgisnacht selbst gefällt werden, damit durfte er auch nur in dieser Nacht gestohlen werden. Heutzutage werden Maibäume aber in der Regel schon Wochen vorher gefällt und können daher auch schon früher gestohlen werden. Somit bleibt bis zum 1. Mai außerdem noch genug Zeit für das Auslösen und den Rücktransport. Legt schließlich während des Klauversuches ein Dorfbewohner seine Hand auf den Baum und spricht die Worte: „Der Baum bleibt da“, dann darf der so geschützte Maibaum von den Maibaumdieben nicht mehr angerührt werden. Dies gilt auch noch im Gemeindebereich. Üblich ist das Auslösen gestohlener Bäume. Dazu begibt sich eine Abordnung der Bestohlenen zu den Dieben und handelt den Preis aus, der üblicherweise in Naturalien (Getränke und Essen) zu entrichten ist. Nach erfolgreichen Rückgabeverhandlungen wird der gestohlene Baum, oft in einer feierlichen Prozession mit Blasmusikbegleitung, von den Dieben zu seinen rechtmäßigen Eigentümern zurückgebracht. Scheitern die Verhandlungen dagegen und wird der Maibaum nicht ausgelöst, stellen ihn in Bayern die neuen „Besitzer“ als Schandmal für das Nachbardorf/den Nachbarstadtteil und als zusätzlichen Segensbringer für ihren eigenen Ort auf. Nach einigen Wochen wird die Beute dann zersägt und versteigert. Oft wird an diesem „Schandbaum“ dann eine Tafel befestigt, auf der die Maibaumdiebe ihre Enttäuschung durch Spottverse zum Ausdruck bringen. Quelle: Wikipedia