Die Weißwurstologie


Die Weißwurstologie
Hier gehts um die Wurst

Genauer gesagt um Wissenswertes, Witziges und weißwürstlich Interessantes aus der weiten Welt der Königin im Wurstrevier. Es wird hier also mehr als trockene Daten und Beschreibungen geben über Länge, Zusammensetzung und Herkunft der Weißwurst. Dieser Blog behandelt die bekannteste Speise Bayerns in all ihren Facetten. Alles was der Weißwurst-Fan unbedingt wissen muss, ist in diesem Blog niedergeschrieben. Es ist kaum zu glauben, welch ein weites Feld das Thema Weißwurst ist. Das WorldWideWeb ist voll von Geschichten, Geschichtchen, Halbwahrheiten, Legenden oder einfach erfundenen Storys.

Dieser Blog macht sogar Nordlichter und Zuagroasde zu absoluten Weißwurstkennern. Aber auch die Bayern selber werden nach dem Studium dieses Blogs ihr Brotzeitschmankerl mit anderen Augen sehen als bisher und werden der Weißwurst mit wesentlich anderem Respekt entgegentreten. Die Weißwurstkultur und die Weißwursttradition darf nicht untergehen. Gerade in Zeiten von Fastfood und Industrielebensmitteln läuft die bayerische Kulinarik Gefahr ins Hintertreffen zu geraten. Sogar bayerische Wirtshäuser und Restaurants nehmen es mit der Kultur und der Tradition nicht mehr so genau. Die bayerische Weißwurst und das ganze Drumherum wird von Gastwirten und Restaurantleitern leider oftmals lieblos behandelt. Unsere Väter haben schon 1957, zum 100-jährigen Geburtstag der Weißwurst gewusst, warum sie feierlich im Donisl in München beim 1. Weißwurstkongress die „Lex Weißwurstiana Monachiae“, eine Resolution zur Förderung und Erhaltung der Weißwurst und der Weißwursttradition niedergeschrieben haben. (Siehe: „Mythos Weißwurst“ ISBN 3-928432-23-0 Knürr Verlag)

Um die Zukunft der Weißwurst ist es nicht zum Allerbesten bestellt. Der Tag ist wohl nicht mehr zu weit entfernt, wo die Weißwurst auf die rote Liste der bedrohten bayerischen Schmankerl gesetzt werden muss. Einige, und das sind nicht wenige,  fordern gar schon einen „World Weißwurst Found“ (WWF). Ursache für die Bedrohung ist die weitverbreitete Unsitte, die Weißwurst nicht mehr beim Metzger, sondern im Kühlregeal zu kaufen. Industriefutter statt Metzgerwurst. Fabrikware statt Metzgerkunst. Wir alle sind aufgefordert diesem Treiben auf dem Wurstmarkt vehement entgegezutreten und unsere bayerische Tradition an unsere Nachkommen weiterzugeben.

 

 

Advertisements

Empfehlung (IV) Metzgerei Wittmann in Neumarkt/Opf. Weißwurst-Mekka


4Irgendwann einmal, vor ein paar Monaten, ist mir irgendwie die Metzgerei Wittmann aufgefallen, um dann fast wieder in Vergessenheit zu geraten. Einmal hat sich der Herr Wittmann per Mail gemeldet, um unseren Blog zu loben. Darin hat er auch anklingen lassen, daß man sich vielleicht mal sehen wird. Ich habe mich dann in die Metzgerei des Herrn Wittmann „hineingelesen“ und kam zu dem Entschluß. Da muß ich hin und mir selber ein Bild machen. Auch der Blog „extra prima good“ hat seinen Teil zu diesem Besuch beigetragen.

An einem heißen Wochenende im Juli 2013 (Rekordhitze)  nahm ich meine Rosl mit auf die Reise nach Neumarkt. Fast unscheinbar an einer Hauptstraße steht das Familienunternehmen Wittmann. Ein Tisch war für uns Beide reserviert. Und was trinkt man bei dieser Bullenhitze?? Natürlich ein Weizn von der heimischen Bio-Brauerei Lammsbräu. Und auf einmal ist er da. Der Chef persönlich begrüßt uns mit einem Lächeln und setzt sich zu uns.

IMG_6957Zuerst stärken wir uns.  Natürlich mit den Weißen vom Wittmann, welchen ein hervorragender Ruf in ganz Bayern vorauseilt.  Die Weißen sind unvergleichlich. Helle Marmorierung mit ausreichender Petersilienverteilung. Feine Brätnote in der Nase. Kein fremder Rest. Leichter Zitrusanklang(!). Flaumig, wollige Textur. Nichts (mehr) für Zuzler. Die Würze ist perfekt ausgewogen. Und natürlich geht es ohne Geschmacksverstärker! Note 1. Solche Weißwürste sind fast einzigartig im weiß/blauen Land und sind schlicht und einfach als genial zu bezeichnen.

Gut gestärkt geht es dann ins hauseigene „Weißwurstmuseum“. Extrawurstführung. Auf 150 qm kann man sich technisch erschöpfend (noch einmal) der Wurst nähern. Das Museum gibt es seit 2010 und ist das einzige auf der ganzen Welt. Bereits seit 2006 unterhält Wittmann auch eine „Weißwurstakademie“. In 2-3 Stunden können Gruppen ab 10 Personen ein „Weißwurst-Diplom“ erwerben. Dazu gehören Theorie und Praxis. So füllen die Teilnehmer selbst Würste und drehen diese ab. Und verspeisen diese dann auch gemeinsam.

Wittmann ist mit Herzblut dabei. Das spürt man mit jedem Wort. Der Wittmann lebt die Weißwurst und das Drumherum. Nicht ein einziges mal hat man den Eindruck, es könnte sich hier um kommerzorienterten Erlebnisquatsch oder Traditionstümelei handeln. Nicht eine einzige Sekunde.

Den 150. Geburtstag der Wurst am 22.02.2007 würdig zu feiern, haben die Münchener Metzger hingegen verpennt – aber Wittmann war da! Er brachte an diesem Tag seine Werkzeuge und Mannen ins Hofbräuhaus an die Isar und fertigte dort offiziell die Jubiläumswurst zum Festakt. Eine echte Oberpfälzer Harke in der Oberbayerischen Herzkammer! Die Geschichte erzählt der Chef mit Stolz. Diese Finte ist ihm gelungen.

6Allerlei Interessantes vom Metzgerhandwerk früherer Tage hat er uns erzählt. Und ab und an kommt in einem die alte Zeit wieder hoch. In meine Kinder und Jugenzeit fühle ich mich da versetzt. Allerhand Gerätschaften werden im Museum gezeigt. Und zu jedem Teil hat Wittmann etwas zu erzählen. Kurzweilig war die Führung. Und eines weiß ich. Da fahr ich mit meiner Rosl wieder hin.

Der Wittmann ist ein Glücksfall. Für das Metzgerhandwerk. Für den Verbraucher und den Geniesser. Ein paar Wittmanns würden unserer Discounter verseuchten Zeit gut tun.

Wer das nicht gesehen hat, kann sich das alles bildlich nicht vorstellen. Und da übertreibe ich bei Leibe nicht.

Hier ein lesenswerter Bericht von prima extra good.

Hier mal ein Denkanstoss für den Verbraucher


Wetten….das dieses Bild immer noch nicht reicht, um viele zum Nachdenken zu bringen oder was zu ändern? Dieser Satz von TV-Koch Morio Kotaska müsste im Normalfall die Alarmleuchten anwerfen. Mario hat das Problem kurz und knackig auf den Punkt gebracht.Tierfutter

Mittel zum Leben


Einsle Geschäft 09-2013 (30)Fleisch und Wurst sind hochwertige „Mittel zum Leben“. Diese werden in unvergleichbarer Qualität und Frische vom Fleischerhandwerk hergestellt, das zu den ältesten Gewerken überhaupt zählt. Die Metzgermeister vertrauen in ihre über Jahrhunderte gepflegte und ständig vertiefte Handwerkskunst. Dabei steht eine nachhaltige Produktion der Lebensmittel im Mittelpunkt. Die Rohstoffe regionaler Herkunft werden schonend und sorgsam eingesetzt. Durch die unmittelbare Nähe zu den Landwirten und den Kunden sind keine weiten Wege notwendig, was die Transparenz während des Produktionsprozesses erhöht und den Umweltschutz steigert.

Fleisch und Wurst gehören wie selbstverständlich zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Das Metzgerhandwerk lässt sich sowohl von traditionellen, regionalen Rezepturen als auch von zeitgemäßen Ernährungsbedürfnissen inspirieren und steht damit im Gegensatz zur industriellen Massenproduktion. Auf die Anforderungen des Marktes kann das handwerkliche Fachgeschäft aufgrund seiner Verankerung in der Gesellschaft schnell und flexibel reagieren.

Fleisch und Wurst vom „Original“ bedeutet aber vor allem Genuss. Mit meisterlicher Kunstfertigkeit und Sachverstand stellt der handwerkliche Metzger individuelle Produkte her. Regionale Spezialitäten werden im Fleischer-Fachgeschäft nicht einfach angeboten. Verkauf bedeutet im Metzgerhandwerk immer auch offene und persönliche Beratung sowie Vertrauen. Der Fleischermeister weiß um die ernährungspsychologische Qualität seiner Waren und kann deshalb auch fachliche Empfehlungen für die kulinarische Zubereitung geben. So sieht „Genuss vom Original“ aus.

Fleisch und Wurst vom handwerklichen Metzger stärken außerdem die regionale Wirtschaft. Durch Kooperationen und Netzwerke mit Landwirten, Zulieferern, Kunden und Kollegen wirkt das Fleischer-Fachgeschäft tief in die Gesellschaft und schafft Werte in der Region. Mit einer soliden Aus- und Weiterbildung wird sowohl den Mitarbeitern als auch dem Nachwuchs Perspektive gegeben. Mit modernen Betrieben übernehmen die Metzgereien vor Ort wirtschaftliche, soziale und ökologische Verantwortung.

Quelle: http://www.fleischerverbandbayern.de/metzgerqualitaet-149.html

Biergartenphilosophie


Man stellt immer erst im nachhinein fest, ob dieser Biergarten den Ansprüchen gerecht geworden ist. Aber es gibt Grundregeln. Der klassische Biergarten muss tatsächlich Kastanienbäume beinhalten. Eigentlich keine Linden. Fichten schon gar nicht. Koniferen überhaupt nicht. Es braucht die klassische Rosskastanie. Dann muss der Boden kiesbedeckt sein. Er darf nicht gepflastert sein. Das sind wirkliche, essentielle Anforderungen. Dann darf der Biergarten nicht zu voll sein, und er darf nicht zu leer sein. Es müssen Leute dasein, aber es muss ein optimaler Abstand sichergestellt sein. Ein Tisch muss frei sein, und am übernächsten dürfen zwei oder drei Leute sitzen. Ein Tisch darf voll sein, da dürfen sechs Leute sitzen, und dann ein Tisch wieder nur eine Person. Ein Lindengarten ist kein Biergarten. Früher hat man, um den Bierkeller möglichst beschattet zu halten, Kastanien genommen, weil die besonders große Blätter haben. Das ist der Grund für die Rosskastanie.

Es ist doch allein schon das Geräusch. Wenn ich das höre, wie die Bedienung da durch den Kies stapft und mir das Bier bringt, ich brauch’ die gar nicht sehen, ich hör’ das nur, dann weiß ich, jetzt wird mir was gebracht, jetzt kommt dieses frische Bier. Das ist wunderbar. Wenn ich diesen Boden versiegele, mach’ ich schon einen Fehler. Das ist schon falsch. Gewisse Grundkenntnisse werden aber auch nicht in der Schule vermittelt. Nicht einmal in einem Gymnasium wird einem jungen Menschen mehr mitgeteilt, wie ein Biergarten zu sein hat.

Nach wie vor ist einfach obligatorisch, dass man sich gewisse Dinge in den Biergarten mitnehmen kann – und ansonsten eigentlich nur Kleinigkeiten. Irgendein Stück Wurst. Da gibt’s verschiedene Möglichkeiten. Eine Pfälzer oder eine Tiroler. Oder, von mir aus, auch eine Lyoner. Der berühmte Wurstsalat. Essiggurke. Radi. Obatzt’n. Jedenfalls keine Nouvelle cuisine.

Und dann in Ruhe essen. Das ist entscheidend. Eine gewisse Ruhe. Wobei das Wort „Ruhe“ heute ja auch missverstanden wird. Ich sag’ mal: eine Gelassenheit. Das wär’s. Die Souveränität des Im-Biergarten-Befindlichen, der gar nicht auf die Uhr schauen muss. Weil’s wurscht is’, wann er heim kommt. Die innere Uhr ist sozusagen das, was er getrunken hat. Er spürt an Hand des Konsums, ob er noch bleibt oder nicht.

Es gibt dann die Leute, die, ich sag’s mal vorsichtig, vormittags, so zirka um zehn nach zehn, zwanzig nach zehn, in den Biergarten geh’n und dann ungefähr spätestens Viertel nach zwölf, halb eins langsam sich erheben. Meistens, wenn Leute von Büros kommen. Mit denen mag dieser Biergartengänger eigentlich nicht so gern zusammen sein, mit Leuten, die den Biergarten als Mittagspause, als Intervall, nur als Interimslösung seh’n.

Quelle aus: Jürgen Roth im Gespräch mit Gerhard Polt über den Biergarten, das Wetter, die Zeit und andere windige Dinge

Die Babsner TV-Lebenshilfe: Der Weißwurst Blog hilft gerne


babsnertv lebenshilfeVeröffentlicht am 09.12.2012

Heute mit unserem Gastdozenten Bertl Vo Zwiesl zu einem weltverbessernden Thema.

Schauen Sie genau zu und prägen Sie sich ein was Ihnen zum Thema Wurst vermittelt wird, damit Sie nicht weiterhin die meistverbreiteten schwerwiegenden Fehler wiederholen.

Die Babsner.TV-Lebenshilfe: Nur hier kann man wirklich was lernen!
http://www.babsner.tv – informativ, investigativ, weltoffen