9.Wie alles begann..


Mythos, Legende und Tradition

Die Weißwurst

22.2.1857 – Faschingssonntag in München

P1050154Es begab sich am 22.Februar des Jahres 1857, dass der Bierwirt Sepp Moser im Gasthof „Zum Ewigen Licht“ am Marienplatz in München zu früher Stunde Wasser aufsetzte, um seine beliebten Kalbsbratwürstel herzustellen. Moser rührte in gewohnter Manier das Brät an, während sich die Wirtschaft mit Frühschoppen-Gästen füllte, viele von ihnen noch ausgezehrt vom nächtlichen Faschingstreiben.

Als der Wirt die Masse in die Wursthaut pressen wollte, sah er sich mit einer bitteren Tatsache konfrontiert: Die zarten Schafssaitlinge, unentbehrlich für Mosers Bratwürste, waren ausgegangen, und Nachschub war an diesem Faschingssonntag nicht zu erwarten. Immerhin, Schweinsdärme hatte der Mann noch auf Lager, und er wäre ein schlechter Wirt gewesen, hätte er diese Chance nicht genutzt. Also füllte der Moser Sepp das Kalbsbrät in die Schweinssaitlinge und warf die Würste, die beträchtlich dicker waren als gewohnt, zum Abbrühen ins heiße Wasser.

Sie anschließend zu braten, ließ er vorsichtshalber bleiben. Stattdessen setzte Moser seinen Gästen die wulstigen Würste in einer Terrine vor, hoffend, dass sie gnädig aufgenommen würden. Und tatsächlich: Die morgendlichen Wurstesser waren nicht nur begeistert, sie hatten auch das Gefühl, bei einem historischen Ereignis dabei gewesen zu sein. In Mosers Wurstkessel, so der allgemeine Eindruck, war ein ganz neues Geschöpf entstanden, das in München und weit darüber hinaus seinesgleichen suchte.

Auch wenn die Geschichte nicht ganz stimmen sollte. Schön ist Sie auf alle Fälle.

Wir wünschen viel Spaß beim Studium der verschieden Seiten hier im Blog.

Das Gasthaus „Zum ewigen Licht“

Geburtsort der Weißwurst

Geburtsort der Weißwurst

Das Wirtshaus „Zum ewige Licht“ am Marienplatz in München verdankte seinen Namen dem Umstand, dass die Wirtschaft ewig künstlich beleuchtet werden musste, weil sie innerhalb der von keinem Sonnenstrahl beleuchteten „Finsteren Bögen“ an der Südseite des Marienplatzes lag und zudem keine Fenster hatte. Der Gastraum war winzig, die Luft, vermutlich ein prekäres Gemisch aus Bierdunst, Tabaksqualm und Restsauerstoff, zum Schneiden, doch die Münchner, zumindest die kleinen Leute, die Droschkenkutscher und Tagelöhner, liebten solche Kaschemmen.

Quelle: http://www.sueddeutsche.de von Wolfgang Görl

„Es gibt kein Gesetz und keine Regel, wie man eine Weißwurst zu essen hat, aber wehe, Sie verstoßen dagegen.“

Werner Siegert („Der kleine, aber absolut unentbehrliche Weißwurst-Knigge“)

Die Weißwurst wurde nicht an einem Rosenmontag, wie oft fälschlicher Weise geschrieben, sondern am Faschingssonntag (22.2.1857) „geboren“.

Kalender 1857

Quelle: http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/adr1857/0004

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5 Kommentare zu “9.Wie alles begann..

  1. So ein Schmarrn habe ich schon lange nicht mehr gehört !! Wo sollte er denn so auf die schnelle Hunde oder Katzendärme bekommen haben ? Ach ja,es war ja Sonntag und da laufen in München um diese Zeit viel rum.Und warscheinlich hat er dann aus dem Fleisch Gulasch gemacht….Sehr witzig !

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    • Die Weißwürste sind ein verunglückter Versuch “ Thüringer Bratwürste “ nachzumachen, die es schon einige Jahrhunderte zuvor gegeben hat.( Siehe bei
      Wikipedia unter “ Thüringer Bratwurst“) .Wenn Thüringer Bratwürste nicht gegrillt
      werden , sind sie ähnlich geschmacklos wie die “ Weißwürste“.Wenn man „Weißwürste“ grillt schmeckt es wie verkohlte Schuhsohle.

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  2. In einem Fleischereigeschäft (Schlachterei) in Bad Wörishofen (Allgäu) wird die Ent-
    stehungsgeschichte der Weißwurst in ähnlicher Form öffentlich gemacht.Bezüglich der ausgegangenen Schaafssaitlinge wird nur mitgeteilt , daß der Wirt “ …andere Därme …“ genommen hat, ohne genaue Bezeichnung.Entgegen des sonstigen Bratens der Würste, hat der Wirt diese nur im gebrühten Zustand serviert.
    Ergibt sich daraus die Frage : was für Därme ( Saitlinge) hat der Wirt tatsächlich
    genommen und warum hat er diese nicht gebraten ??? — waren es vielleicht
    Därme von Katzen oder/und Hunden , dies würde auch erklären warum man die „Weißwürste “ nur ohne Darm verspeiste und es heute noch traditionell tut.

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  3. Pingback: Ein Leben für die Königin der Würste: Da Bertl und sein Zwieseler Weißwurst-Äquator | Da Hog'n - Onlinemagazin ausm Woid

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